Sanierungen in Stendorf

Auf dieser Seite erfahren sie alles über die Sanierungsarbeiten, die bereits am Gut sowie an den ehemaligen Landarbeiterhäusern getätigt wurden.


Denkmalgeschütztes Erbe erhalten


Stendorf gilt unter Denkmalschutzgesichtspunkten als Kleinod, da die Hof- und die Dorfanlage nahezu vollständig erhalten sind. In den letzten 50 Jahren kam in Stendorf kein Neubau hinzu, somit entspricht es damit dem klassischen Bild einer typisch holsteinischen Gutsanlage. Seit Übernahme des Gutes im Jahre 1997 hat die Gutsverwaltung zusammen mit dem Lensahner Architekturbüro Griebel ein Sanierungskonzept erarbeitet, welches fortlaufend in den letzten Jahren umgesetzt wurde. Die Sanierung wird von heimischen Fachbetrieben, aber auch von betriebseigenen Handwerkern durchgeführt.


Abrissserie in Stendorf: Die 80er Jahre


In den 60er Jahren hielt die Industrialisierung auch in der Landwirtschaft Einzug. Waren in den 50er Jahren auf dem Gut noch fast 80 Menschen beschäftigt, so sank die Anzahl der Mitarbeiter aufgrund des verstärkten Maschineneinsatzes auf dem Feld und im Kuhstall auf 30. Daraus ergab sich ein Leerstand der Landarbeiterwohnungen und der Nutzgebäude. Ein weiterer Trend lag darin, sich landwirtschaftlich auf einen Produktionszweig zu konzentrieren. So wurden in den 60er Jahren die Pferde für den Ackerbau und das Milchvieh abgeschafft und somit die betriebseigene Meierei geschlossen. In den 70er Jahren wurden die Schweinemast und der Betrieb der Gärtnerei eingestellt. Dadurch ergab sich ein hoher Leerstand der landwirtschaftlichen Gebäude. Ende der 70er Jahre begannen in Stendorf die ersten Abrissmaßnahmen von Gebäuden, die nicht für Wohnzwecke und modernere landwirtschaftliche Nutzung benötigt wurden. 1978 wurde die so genannte „Russenkate” abgerissen, ein mit Reet eingedecktes Fachwerkhaus, in dem während des zweiten Weltkrieges russische Kriegsgefangene untergebracht waren.

Anfang der 80er Jahre folgte dann der Abbruch des Schweinestalls, der Gewächshäuser, des Verkaufsgebäudes der Gärtnerei, der Schmiede sowie kleinerer Gebäude auf dem Hof. Den traurigen Abschluss der Abrissserie bildete Mitte der 80er Jahre der Abbruch des Jägerhofes, eines der ältesten Gebäude im Dorf, der trotz großer Proteste der Dorfbewohner durchgesetzt wurde. Allein die aus damaliger Sicht erhaltenswerten Gebäude wurden mit neuen Dächern und Fenstern ausgestattet.


Priorität: Den Verfall aufhalten


In den 80er Jahren ging es in erster Linie um den Erhalt der Bausubstanz im Dorf durch die Neueindeckung der Ziegeldächer und den Einbau neuer Fenster in der Häuserachse Stauenwiese, Langer Damm und Kronsbergkate. Einige Häuser erhielten außerdem eine Teilrenovierung. Bei einem Brand im Jahre 1992 wurde das Haus Stauenwiese 1/2 so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass es komplett neu errichtet werden musste.


Heute: Gesunde Sanierung aller Immobilien


Bei Übernahme des Gutes durch den neuen Eigentümer 1997 gab es im Dorf einen Leerstand von 50 Prozent. Der Leerstand war u. a. auf die nicht mehr zeitgemäße Ausstattung und einen enormen Renovierungsstau zurückzuführen. Seit 1997 erfahren die Häuser je nach Leerstand eine Komplettsanierung. Zum jetzigen Zeitpunkt sind über 60 % der Dorfhäuser saniert. Des Weiteren wurden die Wirtschaftsgebäude des Hofes saniert und teilweise einer neuen, betriebsverträglichen Nutzung zugeführt.

Unserem Sanierungskonzept haben wir Prinzipien zugrunde gelegt, die unseres Erachtens zu einer gesunden Sanierung führen. Hierunter verstehen wir eine denkmalgerechte Sanierung, die die Bausubstanz erhält, ohne auf Wohnkomfort oder eine moderne Nutzung verzichten zu müssen.


Ziel: Erhalt und zeitgemäße Nutzung


Ziel der Sanierungsmaßnahme ist es nicht nur, ein Objekt zu erhalten, sondern dem Objekt eine angemessene Nutzung zuzuführen. Daher wird sich bei der Sanierung nicht nur auf eine Instandsetzung beschränkt, sondern es müssen auch grundlegende Sanierungen des Gebäudeinneren vorgenommen werden, damit eine moderne, zeitgemäße Nutzung gewährleistet ist. Als ein Beispiel dient hier die alte Scheune auf dem Wirtschaftshof, die im Jahre 2000 im Zuge einer Komplettsanierung eine freitragende Leimbinderkonstruktion erhielt. In diesem Gebäude, das vorher ohne Nutzung war, können heute bis zu 3500 Tonnen Raps eingelagert werden.

Nur durch eine Sanierung, die eine zeitgemäße, rentable Nutzung ermöglicht, können zukünftige Instandsetzungsarbeiten gewährleistet werden.

Im Jahre 2005 wird mit einem umfangreichen Sanierungskonzept in Johannistal begonnen.


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